Japan · Reisen

Japan, die ersten Wochen

Jetzt bin ich also schon etwas länger hier und es gibt so ein paar Dinge, die mir hier aufgefallen sind, die mich verwundern, nerven, staunen lassen…

Müll

Ist vielleicht ein seltsamer Start, aber dieses Thema beschäftigt mich gerade ziemlich und hier fallen mir die meisten Dinge (unangenehm) auf.

Es gibt (fast) keine öffentlichen Mülleimer
Läuft man durch eine deutsche Innenstadt begegnen sie einem fast überall, in Japan sind sie jedoch Mangelware. Trotzdem sind japansiche Städte erstaundlich sauber, da die Japaner ihren Müll mit nach Hause nehmen und dort entsorgen.

Mülltrennung
Geschieht hier nach dem Prinzip: Brennbar (Papier, Küchenabfälle etc.) und nicht brennbar (Plaste), manchmal wird Blech noch einmal extra getrennt und jede Stadt/Gegend hat hier ein eigenes System. Für mich und mein sehr deutsches Denken, was Mülltrennung angeht ist das erstmal ziemlich ungewohnt, auch weil die Japaner vom nächsten Thema noch nichts gehört haben.

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Ein weiteres Beisiel für doppelte Verpackung

Müllvermeidung
Gibt es hier so gut wie gar nicht. Alles kommt in der Plastetüte, gerne auch mal in zwei. Hier versuche ich zumindest mit einem eigenen Stoffbeutel etwas Müll zu vermeiden, bei anderen Dingen ist das schon etwas schwerer. Denn auch alles andere ist oftmals unnötig in zwei Schichten Plastik verpackt. So zum Beispiel Käse. Ein anderes Beispiel: Rama kommt hier, wie auch bei uns in einer Plastikdose, nur ist sie zusätzlich noch in Pappe verpackt.

Land und Leute

Nachdem ich den Beamten an der Passkontrolle erstmal verwirrt hatte, wer kann auch ahnen, dass 3 Monate und 90 Tage erheblich andere Zeiträume sind, liefen meine restlichen Begegnung mit „den Japanern“ doch alle sehr gut. Der Polizist, den ich nach dem Weg gefragt habe, hat mich zum Beispiel bis vor die Haustür gebracht. Eine bestimmte japanische Adresse zu finden, ist nämlich gar nicht so leicht. Nicht mal in Kyoto, wo zumindest die meisten Straßen einen Namen haben. Mein Wohnheim liegt allerdings sehr versteckt um drei Ecken über kleine, geschotterte Nebenstraßen.

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Eine dieser Nebenstraßen

Eigentlich würde ich jetzt ja auch gern über das Klischee schreiben, dass Japaner immer mit dir Versuchen auf Englisch zu kommunizieren, egal wie gut du Japanisch sprichst, aber mir ist bis jetzt eher das Gegenteil begegnet. Alle sprechen sie Japanisch  mit dir, egal ob du es kannst oder nicht. Wenn sie merken, dass du sie nicht verstehst geben sie sich aber auch in Englisch alle Mühe. Trotzdem werden in den Geschäften auch dann noch die gleichen Standardphrasen der Kundenbetreuung abgespult.
Ich wurde sogar einmal auf Japanisch nach dem Weg gefragt und kann nur hoffen, dass ich das ältere Ehepaar richtig verstanden und in die richtige Richtung geschickt habe.^^“ Das ganze hat mich allerdings sehr überrascht, als blonde Ausländerin hätte ich das so nicht erwartet. XD

Naturkosmetik und Japan: geht das?

Bis jetzt bin ich da noch nich sehr weit, aber ich war in einem japanischen Kaufhaus (Loft), in dem es eine ganze Abteilung für Naturkosmetikprodukte gab und man auch viele bekannte, deutsche Marken finden konnte. So unter anderem Weleda und Dr. Hauschka, die Preise für diese beiden fand ich allerdings sehr heftig.
Aber auch die meisten Drogerien haben ein Angebot in Sachen Naturkosmetik, wobei sich das eher auf Shampoos und soweiter bezieht und man eher nichts aus dem Bereich dekorative Kosmetik findet.

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Außerdem habe ich in einem Bioladen ein Shampoo und Duschbad gekauft, eine kurze Onlinesuche hat ergeben, dass es sich dabei auch tatsächlich um Naturkosmetik zu handeln scheint, doch dazu gibt es einen Extra-Post.
Für hier muss eine Auflistung der Marken, die ich in der Abteilung für Naturkosmetik entdeckt habe, reichen. Ich verlinke euch hier mal die jeweiligen Homepages (soweit möglich). Nicht alle davon waren allerdings auf englisch oder deutsch zu finden, deshalb habe ich ein Kürzel für die Sprachen dahinter gesetzt.

natura glacé (jp), only minerals (jp), Weleda (de), Dr. Hauschka (de), etvos (jp), avril (en), 24h cosme (jp), botanischöl (jp), wonder honey (en), Makanai Cosmetics (en), leaf + botanics (jp), black paint (jp), natural care, aubrey organics (de)

 Für ein paar der Marken, deren Homepagenur auf Japanisch zu finden war, habe ich allerdings andere Seiten gefunden, die auf englisch ein paar Informationen zu den Produkten geben, hauptsächlich Onlineshops. Links dazu hier:

natura gacé, only minerals, leaf + organics

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3 Kommentare zu „Japan, die ersten Wochen

  1. Ich bin ein ganz kleines bisschen neidisch, wünsche dir aber viel Spaß in Japan! Das mit der Naturkosmetik wundert mich nicht, ist doch die Natur in Japan sowas wie ein egenständiges Wesen. Oder wird zumindest in Anime so dargestellt… Wie sehen das denn die Japaner? Du bist ja an der Quelle!

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    1. Danke^^ Das ist gar nicht so leicht zu beantworten… Wie bei vielen anderen Dingen auch, ist das Verhältnis der Japaner zur Natur sehr von Widersprüchen geprägt. Ja, die Natur hat einen hohen Stellenwert und es wird auch nicht einfach der Müll liegen gelassen, sondern artig eingepackt und zu Hause entsorgt. Aber Natur folgt dabei einer ganz eigenen Ästhetik, wie man es zum Beispiel in japanischen Gärten sieht. Und ja, Müll wird nicht einfach liegen gelassen, aber es fehlt das Bewusstsein für Natur- bzw. Umweltschutz. Das sieht man sehr stark an dem hohen Plastikeinsatz für einfach alles und gerne auch mal doppelt und dreifach. Bis jetzt habe ich in den Läden Wenige gesehen, die zum Beispiel eigene Beutel dabei hatten.
      Trotzdem ist Naturkosmetik auch hier langsam im Kommen, allerdings eine eher neue Entwicklung. Gesichts- und Körperpflege hat hier einen hohen Stellenwert und Japaner, besonders Japanerinnen lassen sie sich auch einiges Kosten und haben hohe Ansprüche an diese (und generell an vieles anderes, sind aber auch im Schnitt bereit mehr auszugeben). Ich habe letztens gelesen, dass japanische Frauen im Schnitt knapp über 100 Euro monatlich in Pflegeprodukte investieren. Deutsche Frauen hingegen knapp 150 im Jahr. Das liegt denke ich nur zu einem Teil daran, dass die japanische Routine (ähnlich der koreanischen) aus wesentlich mehr Schritten besteht.

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